Die Kunst und der Geist, die Person und die Kultur:
Die Stiftung Pro Musica e Arte Sacra heißt Sie auf einer Reise durch die Geschichte und für den Menschen willkommen
Die 13. Ausgabe des Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra, das von der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra organisiert wird, findet vom 22. bis 29. Oktober statt und findet traditionell - bei freiem Eintritt - in den eindrucksvollsten römischen Päpstlichen Basiliken und in einigen weiteren Kirchen der Hauptstadt statt: Das große geistliche und liturgische Repertoire wird international renommierten Orchestern, Chören, Solisten und Dirigenten anvertraut - mehr als 1.100 Künstlern aus aller Welt - beginnend mit den Wiener Philharmonikern, die als weltbekanntes Orchester seit über zehn Jahren das Festival als Orchester „in residence“ animieren. Unter der Leitung von Ingo Metzmacher werden die Wiener Philharmoniker am Donnerstag, den 23. Oktober (um 21 Uhr) in der Basilika San Paolo fuori le Mura bei einem mit höchster Spannung erwarteten Musikereignisses der Hauptstadt auftreten: gemeinsam mit dem Wiener Singverein und einer Besetzung internationaler Stimmen sind sie Protagonisten der seltenen Aufführung des Oratorium Lazarus, einer unvollendete Partitur von Franz Schubert, eines seiner rührendsten Werke seiner geistlichen Inszenierung.
Die Eröffnung des Festivals - dieses Jahr der Seligsprechung von Papst Paul VI. gewidmet - findet am Mittwoch den 22. Oktober, um 20.00 Uhr in der Basilika Santa Maria sopra Minerva statt und wird mit der Musik eines anderen Oratoriums von gleicher Intensität wie des Schubertianischen , einem ebenso seltenem Stück in Italien betraut: Saul von Georg Frederich Händel, aufgeführt von der Capella Weilburgensis und mit den Stimmen der Kantorei Schlosskirche Weilburg, beide unter der Leitung von Doris Hagel. Saul ist das vierte englische Händel-Oratorium, das nach einem Libretto von Charles Jennens komponiert wurde und in der Lage ist, die biblische Geschichte mit humanistischen Ideen wie Freundschaft, Philanthropie, moralischer Integrität und Großmut zu verbinden. Die Kritiker glauben, dass mit der Vertonung des Saulus das Alttestamentliche Oratorium seinen Höhepunkt sowohl für die Bedeutung des Themas als auch für die Qualität des Dramatik und der Musik erreicht hat. Händel vertonte den Text zwischen Juli und September 1738 im Wechsel mit der Komposition der Oper Idomeneo. Die Uraufführung fand im folgenden Jahr statt, am 16. Januar 1739. Das in der British Library aufbewahrte Autogramm ist eine von Händels am meisten überarbeiteten Partituren. "Mit dem Saul bricht Händel alle Regeln“ - kommentiert Regisseurin Doris Hagel – „Diese Komposition übertraf nicht nur in Bezug auf die Besetzung, sondern auch in Bezug auf Länge und Aufwand jedes englische Musikdrama und jede italienische Oper, die jemals zuvor in England aufgeführt wurde. Entscheidend ist die musikalische Qualität der Arbeit und die enorme Menge an Gefühlen oder die Bandbreite menschlicher Emotionen, die in Händels Musik zum Ausdruck kommen. In Saul fand Händel eine neue und brillante Verbindung zwischen Werk, Oratorium und Konzert und entwickelt eine neue Form, die wir später auch in den Oratiorien Belshazzar und Messias finden werden.“ Das Konzert wird vom Radio Vatikan für spätere Sendungen aufgezeichnet.
Am Donnerstag, den 23. Oktober, 21.00 Uhr, findet in der Basilika San Paolo fuori le Mura die mit größter Spannung erwartete Veranstaltung des Festivals statt: das Konzert der Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Ingo Metzmacher. Zusammen mit dem Wiener Singverein und einer Besetzung erstklassiger Stimmen (mit den Sopranistinnen Rachel Harnisch, Christiane Libor, Sophie Karthäuser, den beiden Tenören Steve Davislim und Werner Güra sowie dem Bariton Daniel Schmutzhard) spielen sie das Oratorium Lazarus, oder Die Feier der Auferstehung, eine unvollendete Partitur von Franz Schubert, die eine der berührendsten sakralen Produktionen von ihm ist und an der er ab Februar 1820 zu arbeiten begann. Ursprünglich sollte es sich um drei Akte handeln, aber nur die erste war vollständig. Von Schuberts Vertonung ist nur der Teil bis zur Grablegung des Lazarus überliefert, der zweite Akt wird nach 595 Takten unterbrochen, zum Ende der Arie "Hebt mich der Sterne Flügel empor vom Totenhügel" von Martha. Das Oratorium wurde 1830, zwei Jahre nach Schuberts frühem Tod, von seinem Bruder Ferdinand als Osterkantate in der Kirche der Heiligen Anna in Wien uraufgeführt. Ferdinand wusste jedoch nichts von der Existenz des Fragments des zweiten Aktes. Dies wurde erst dreißig Jahre später im Erbe des berühmten Beethoven-Gelehrten Alexander Wheelock Thayer gefunden, und in diesem Fall war der Fund jedoch nicht vollständig. Tatsächlich wurde das letzte Blatt vom Direktor der Wiener Hofoper Johann Herbeck entdeckt, den wir als Dirigent der Uraufführung von Schuberts Unvollendeter kennen. 1863 trat er erstmals öffentlich mit dem kompletten Fragment des Lazarus auf und verfasste den ersten Klavierauszug. Obwohl nach heutigem Kenntnisstand die Arbeit nie abgeschlossen wurde, ist dieser Lazarus für die Gelehrten weit mehr als ein Fragment des Interesses: Schubert scheint mit seiner Art, den Text in Musik zu setzen, das große Wagner-Drama fast vorwegzunehmen.
Neben dem Konzert der Wiener Philharmoniker in San Paolo fuori le Mura, wird sich die Fondazione Pro Musica e Arte Sacra am Donnerstag, den 23. Oktober, um 12.00 Uhr im Akademischen Saal des Päpstlichen Instituts für Kirchenmusik zur Verleihung ihres renommierten Ehrenpreises an Künstler, Gelehrte, Unterstützer und Wohltäter, die sich direkt oder indirekt auf dem Gebiet der Musik und der sakralen Kunst hervorgetan haben, einfinden. In diesem Jahr wird der Preis an den großen Dirigenten und Gelehrten Nikolaus Harnoncourt, an Msgr. Pablo Colino, den Mäzenen Herbert Batliner und den japanischen Dirigenten Tomomi Nishimoto verliehen.
Am Freitag, den 24. Oktober um 21 Uhr findet in der Basilika Santa Maria Maggiore das dritte Konzert der Veranstaltung statt, mit zwei weiteren beeindruckenden Werken des sakralen Repertoires wie der Messe Nr. 3 in f-moll und das Te Deum von Anton Bruckner. Es wird von drei deutschen Formationen (Palatina Klassik Vokalensemble, Philharmonischer Chor an der Saar, Chor und Orchester des Staatlichen Konservatoriums von Kazan) unter der Leitung von Leo Krämer und den Solostimmen von Susanne Bernhard (Sopran), Susanne Schaeffer (Alt), Oscar de la Torre (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass) interpretiert.
Am Nachmittag desselben Tages, um 17.00 Uhr, wird in der Peterskirche im Vatikan die von Kardinal Angelo Comastri gefeierte Heilige Messe vom IlluminArt Philharmonic Chor und Orchester aus Japan (bereits Gäste bei der vorherigen Edition des Festivals) und dem Chor der Päpstlichen Musikkapelle "Sistina" unter der Leitung von Massimo Palombella begleitet.
Frucht einer langen Entstehungszeit von 1854 bis 1868 ist „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms, eines seiner bekanntesten sakralen Werke. Dieses wird am Samstag, den 25. Oktober, um 21 Uhr im Zuge des Festivals mit den Solostimmen der Sopranistin Susanne Bernhard und des Baritons Vinzenz Haab in der Basilika San Giovanni in Laterano aufgeführt. Leo Krämer wird an diesem Abend das Klassik Vocal Ensemble, den Philharmonischen Chor an der Saar und den Chor und das Orchester des Staatlichen Konservatoriums in Kasan dirigieren.
Wie jedes Jahr wird auch der zeitgenössischen Kirchenmusik Raum gegeben. Die für diese Ausgabe des Festivals ausgewählten Werke sind die Misa Azteca von Joseph Gonzalez und das Requiem von Mark Hayes. Der Termin ist am Sonntag, den 26. Oktober um 16.00 Uhr in der Basilika Sant 'Ignazio di Loyola in Campo Marzio mit dem Continuo Arts Festival Chorus, die musikalischen Leiter sind die beiden Dirigenten Teresa Russell und Mark Hayes. Die Misa Azteca greift auf ein Orchester, einen Chor, Solisten und eine Reihe von präkolumbianischen Schlaginstrumenten zurück. Sie basiert auf der gewöhnlichen katholischen Messe, ergänzt durch Verse aus dem Manuskript "Cantares Mexicanos", einer Sammlung aztekischer poetischer Texte aus der Zeit der spanischen Eroberung. Die Misa Azteca wird in Latein, Spanisch und Nahuatl, der Sprache der Azteken, gesungen.
Am selben Tag wird in Zusammenarbeit mit der Sofia ONLUS Stiftung in der Basilika San Paolo fuori le Mura um 21.00 Uhr die monumentale Requiem Messe von Verdi dem IlluminArt Philharmonic Orchester und Chor unter der Leitung von Tomomi Nishimoto und den Solostimmen von Bunya Sayuri (Sopran), Takako Nogami (Mezzosopran), Gianluca Sciarpelletti (Tenor) und Tsutomu Tanaka (Bariton) anvertraut. Diese aus Japan stammenden Komplexe kehren nach dem Erfolg des letzten Jahres zum Festival zurück. Es ist eine fernöstliche Präsenz, die aus der Idee hervorgeht, Musik zum Instrument des interreligiösen Dialogs und der Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern zu machen. Das IlluminArt Philharmonic Orchestra wurde 2012 gegründet und besteht aus talentierten und sehr jungen, international preisgekrönten Künstlern. Ein neuer Orchestertyp, der keine nationalen Grenzen kennt und von drei Prinzipien getragen wird, die alle seine künstlerischen Aktivitäten auszeichnen: Gestaltung in Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit, Verbreitung von Bildungsprogrammen, Unterstützung von globalen Aktivitäten. Aufgrund des jungen Alters der Musiker nach Aufforderung von Papst Franziskus wird dieses Abschlusskonzert des Festivals im Namen der Solidarität den Ärmsten und Ausgegrenzten gewidmet sein. Dank der Zusammenarbeit mit der Sofia Onlus Stiftung werden Mittel für das Projekt "Verlassene Kinder in den Slums von Caracas" gesammelt, um schulische Hilfsmittel und medizinische Versorgung für die Kinder des Catia barrio in Caracas (Venezuela) bereitzustellen, wo eine riesige Anzahl an Menschen ohne Grundversorgung und Kinder in Armut, Vernachlässigung und Gewalt leben.
Am Dienstag, den 28. Oktober, findet eine exklusive Sonderveranstaltung statt, die ausschließlich für die Wohltäter der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra veranstaltet wird: um 21.00 Uhr in der Corsini-Kapelle der Basilika San Giovanni in Laterano gibt der Chor der Päpstlichen Musikkapelle "Sistina" unter der Leitung von Massimo Palombella Stücke des Gregorianischen Gesangs und Meisterwerke der heiligen Polyphonie von Palestrina, Ludovico da Vittoria, Orlando di Lasso und Gregorio Allegri zum Besten.
Polyphonie rückt zum Abschluss des Festivals, am Mittwoch, den 29. Oktober, um 21 Uhr in der Basilika St. Ignatius von Loyola, wieder ins Rampenlicht, mit den Chorsiegern des Wettbewerbs für Frauenchöre und Jugendliche in Deutschland: der Mädchenchor am Kölner Dom unter der Leitung von Oliver Sperling wird eine Reihe von sakralen Motetten, im Spiegel musikalischer Kulturen und polyphoner Werke verschiedener Autoren und Altersgruppen, aufführen.
